Montag, 15. Mai 2017

Die Welt der Mode (und ich)

An sich würde ich sagen, dass ich mittlerweile viel Wert auf Kleidung und Mode lege. Zumindest empfinde ich bei dem Thema eine gewisse Freude und Individualität; wobei Kleidung für mich praktisch und angenehm sein muss. Sicherlich könnte ich keine Modebloggerin werden, aber ich habe meinen ganz eigenen Stil gefunden und lebe ihn ohne Hintergedanken aus. Trotzdem habe ich auch hier meine ganz persönlichen Schwierigkeiten.

Es beginnt bereits beim Einkauf von Kleidung. Ich würde niemals, wirklich NIEMALS, alleine in die Innenstadt oder in ein Einkaufszentrum gehen. Wenn ich mich auf diesen enormen Stress einlasse, dann ausschließlich in Begleitung einer mir vertrauten Person. Und dann bitte NICHT an einem Samstag oder Freitagnachmittag. Je leerer es in den Geschäften ist, desto eher kann ich mich auf solch einen 'Shoppingtag' einlassen. Ehrlich gesagt konnte ich als Jugendliche und junge Erwachsene sogar lange Zeit nicht ohne Begleitung in den Supermarkt gehen. Den Einkauf von Lebensmitteln schaffe ich mittlerweile alleine, aber bei Kleidung sind meine Grenzen erreicht.

Früher war Kleidung ausschließlich eine Notwendigkeit für mich, weshalb in der Schule sicherlich häufiger über mich gelacht wurde. Ich achtete nicht auf Trends, nicht einmal auf Farbkombinationen oder Schnitte. Kleidung musste in erster Linie praktisch und angenehm auf der Haut sein. Ich machte Kleidung nicht einmal von der Jahreszeit abhängig, weswegen meine Oma noch heute manchmal eine alte Geschichte herauskramt und lacht. Als ich fünfzehn oder sechszehn Jahre alt war, besuchte ich sie mal wieder in Italien. Ich sorgte für Aufregung bei meiner Oma und für einige Lacher, denn es war Hochsommer in Italien und ich kam da mit meinen Stiefeln aus dem Gate gelaufen. Meine Oma lachte und rief: "Ach Kind, du siehst ja aus wie im Winter!"

Wenn ich jedoch keine Begleitperson zum Einkaufen finde, beispielsweise wenn ich an meinem Studienort bin, schaue ich mich auch gerne online nach Kleidung um. Je nach Internetseite bringt auch das wieder Schwierigkeiten mit sich, weil Mode nicht gleich Mode ist. Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Sache. Schuhe sind im Internet und in der Modewelt nicht einfach nur Schuhe. Sie heißen Sandalen, Wedges, Schnürstiefel, Turnschuhe, Sneaker, High Tops oder auch Slingbacks. Suche ich also eine ganz bestimmte Art von Schuhen, muss ich erst einmal die genauen Bezeichnungen ausfindig machen. Bei Oberteilen ist es auch nicht anders, denn diese unterscheiden sich noch in Tanktops, Spaghettiträger, Blusen, Tuniken, Shirts oder Westen.

Manchmal frage ich mich sogar, welcher Weg wohl leichter ist. Mit einer Begleitperson den Trubel in der Innenstadt oder im Einkaufszentrum überstehen; oder sich online durch einen Wust von Begriffen kämpfen?!

Obwohl ich mittlerweile auf meine Kleidung achte und versuche die Kleidungsstücke ordentlich zu kombinieren, kommt bei mir noch ein weiterer 'seltsamer Faktor' hinzu. Seltsam finden ihn meist eher meine Mitmenschen, sofern es ihnen überhaupt auffällt, währenddessen es für mich selbst eine Logik enthält. Finde ich ein Kleidungsstück, das von der Form und der Beschaffenheit des Stoffes meinem Wohlwollen entspricht, kaufe ich es in mehrfacher Ausführung. Ich besitze also ein Oberteil (ich bitte um Entschuldigung, ich meine natürlich ein Tanktop) von einer ganz bestimmten Marke in verschiedenen Farben. Hier kenne ich meine Größe und wenn ich ein neues Oberteil davon brauche, kann ich es nun auf einfachem Weg nachkaufen oder bestellen.

Das geht mir auch mit anderen Kleidungsstücken so, wie beispielsweise meiner längeren Jacke (meinem Parka). Diesen besitze ich in dreifacher Ausführung. Und im letzten Winter ist es zwei meiner Kommilitonen aufgefallen: "Hast du den Parka nicht auch noch in Blau?" Ich musste dann gestehen, dass ich ihn sogar in drei Farben habe. In den letzten zwei Wochen habe ich mir vier neue Kleider gegönnt, die alle vom selben Hersteller sind. Von der Form und vom Material her ist es im Grunde genommen ein einziges Kleid; nur besitze ich dieses eine Kleid jetzt mit vier verschiedenen Mustern. Ich kann nur grob nachvollziehen, weswegen andere Menschen das seltsam finden. Wenn ich mich in dem Kleid wohl fühle und der Stoff sich locker und weich auf meine Haut legt, wieso sollte ich mir dann den Stress machen und nach verschiedenen Modellen schauen?!

Der Stoff hatte schon immer Priorität. Mir ist es wichtig, dass die Stoffe locker und weich sind. Schon als Kleinkind trug ich beispielsweise keine Jeanshosen, weil sie mir Bauchschmerzen bereiteten. Meine Grundschullehrerin ließ allerdings nie locker und redete immer wieder auf meine Mutter ein, sie solle mir warme Jeanshosen für den Winter kaufen. Meine Mutter kaufte zig Modelle, sogar welche mit Gummibund oben, aber meine Bauchschmerzen blieben. Noch heute trage ich keine Jeanshosen. Im Winter liebe ich Strumpfhosen und Leggings und im Sommer trage ich gerne Röcke und locker fallende Stoffhosen.

Abneigungen habe ich nicht nur gegen Jeanshosen (Jeansblusen und Jeanskleider sind übrigens in Ordnung), sondern auch gegen Rollkragenpullover (sie schnüren mir den Hals zu). Ich mag auch keine Schuhe, die laute Geräusche machen (wie Stöckelschuhe), oder Kleidung die eng sitzt oder kratzt.

Ich lege mittlerweile viel Wert auf Farben und versuche ähnliche Farben miteinander zu kombinieren. Ich meine mal gehört zu haben, dass das in der Modewelt als "Ton-in-Ton" bezeichnet wird. Trage ich also ein blaues Kleid, versuche ich auch blaue Strumpfhosen, blaue Schuhe und ein blaues Tuch damit zu verbinden. Ich mag diese Farbzusammenstellungen und es gibt mir auch ein Gefühl der Sicherheit. Die Farben an sich dürfen nicht zu grell sein, wobei ich sehrwohl bunte Kleidung mag. Ich hab da irgendwie zwei Seiten in mir; die eine Seite mag es gern bunt und die andere Seite trägt auch gerne mal schwarze Kombinationen. Allerdings trug ich als Teenager einige Jahre lang sowieso nur schwarz (und wurde als Goth bezeichnet).

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